Burnout vermeiden

Stressbewältigung und Burnoutprävention

Kategorie: Persönlichkeit und Stress

Alles wird gut: Wie uns Optimismus vor dem Ausbrennen schützt

Ich würde von mir behaupten, ein grundoptimistischer Mensch zu sein. Mein Paradespruch in schwierigen Situationen ist: Alles wird gut. Mit meiner zuversichtlichen Haltung habe ich schon Vieles im Leben gemeistert. Trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb?) treffe ich immer wieder auf Menschen, die lieber auf Nummer sichergehen und gemäß „Murphy’s Law“ davon ausgehen, dass alles was schiefgehen kann, auch schiefgehen wird. Meine Argumente für den Optimismus werden in solchen Gesprächen auf eine harte Probe gestellt. Gleichzeitig festigt sich dadurch aber nur umso mehr meine Überzeugung, dass eine positive Lebenseinstellung nicht nur Sinn macht, sondern auch gesund für die Seele ist. – Autorin: GF

In Trainings und Vorträgen bringe ich gern das folgende Zitat von Karl Valentin: „Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, dann regnet es auch.“ Es fasst für mich so wunderbar zusammen, worum es beim Thema Optimismus geht. Egal, in welch verfahrener Situation ich mich befinde, egal, wie trüb der Ausblick in die Zukunft auch sein mag, wir können gewisse Dinge im Leben einfach nicht ändern. Es liegt an uns, ob wir dann ängstlich oder verärgert reagieren und damit uns selbst und unseren Mitmenschen das Leben schwermachen. Oder aber wir entscheiden uns dafür, die Dinge so zu akzeptieren wie sie nun mal sind und das Beste daraus zu machen.

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Ich will es! Ich kann es! Ich schaff‘ es! – Was glühende Kohlen mit Stressbewältigung zu tun haben

Ich habe es tatsächlich getan: Ende November letzten Jahres bin ich mit meinen bloßen Füßen über glühende Kohlen gegangen. Das, was man sonst nur von Fakiren oder den Shaolin-Mönchen kennt – seinen Körper durch mentale Stärke unbeschadet durch beinahe unvorstellbare Kraftakte zu bringen – habe auch ich ausprobiert und geschafft. Ein beeindruckendes Erlebnis, das Teilnehmern eines solchen Feuerlaufs auch im Alltag viele Ängste und Zweifel nehmen soll und damit auch Ursachen von Stress im Keim ersticken kann. – Autorin: GF

Stress entsteht ja immer dann, wenn wir uns einer Situation nicht gewachsen fühlen. Und jetzt mal Hand auf’s Herz: So geht es uns ganz oft im Leben. Die große Prüfung am Studien-abschluss, das schwierige Verhandlungsgespräch mit dem Kunden, der riesige Berg an Projekten am Schreibtisch oder der Streit mit dem Partner. Wir haben Sorge, dass wir eine Situation nicht bewältigen können, Angst vor Zurückweisung, sind geplagt von Selbstzweifeln und fehlendem Selbstvertrauen, sehen für ein Problem keinen Ausweg. „Das ist eine Nummer zu groß für mich“, „Nie im Leben schaff ich das“ oder „Das pack ich nicht“ sind Gedanken, die uns in solchen Situationen durch den Kopf gehen. Ganz ähnlich ist es mir am Tag meines ersten Feuerlaufs ergangen.
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Gedankenanstoß: Anekdote vom Selbstwert

Der Selbstwert spielt eine sehr entscheidende Rolle, wenn es um Stressbewältigung und Burnoutprävention geht. In dem Buch Therapie-Tools: Resilienz (1) wird eine sehr schöne Geschichte erzählt, die das Selbstwertgefühl bzw. den Glauben an den eigenen Selbstwert stärkt. Diese Anekdote, die von mir leicht abgeändert wurde, finden Sie im heutigen Blogbeitrag. – Autor: GS

Die Geschichte vom 50 Euro Schein:

In einer Vorlesung hält ein Professor einen nagelneuen 50 Euro Geldschein hoch und fragt seine Studenten, wer den Schein haben möchte. Geschlossen heben alle den Arm.

Der Professor zerknüllt daraufhin den Geldschein und stellt erneut die gleiche Frage. Wieder melden sich alle Studenten im Saal. Daraufhin nimmt der Professor den Schein, wirft ihn auf den Boden und stampft mit seinen Schuhen darauf. Er hebt den nunmehr schmutzigen und zerknüllten Geldschein auf, hält ihn in die Luft und fragt wieder seine Studenten, wer denn nun das Geld noch haben möchte. Wieder gehen alle Hände in die Höhe.

Der Professor erklärt danach seinen Studenten: „Obwohl der Geldschein jetzt nicht mehr neu, sondern sogar schmutzig und zerknüllt ist, hat er noch immer seinen Wert und Sie haben das alle erkannt. Genauso wie mit dem 50 Euro Schein ist es mit dem Selbstwert. Egal, was uns im Leben widerfährt, egal ob andere auf uns herumtrampeln oder uns durch den Dreck ziehen, wir haben immer den gleichen Wert. Wir sind immer gleich wertvoll, unabhängig davon, was andere mit uns machen!“ (2)

Artikeldownload

(1) Engelmann, Bea (2014): Therapie-Tools: Resilienz. Beltz-Verlag: Weinheim, Basel.

(2) Engelmann, Bea (2014): Therapie-Tools: Resilienz. Beltz-Verlag: Weinheim, Basel. S. 18

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Pilgern – Ein Elixier gegen Stress und Burnout

Die alte Tradition des Pilgerns gewinnt immer mehr an Beliebtheit. Ob auf dem Jakobsweg, in Tibet oder auf dem Weg nach Rom, immer mehr Stressgeplagte und Burnout Gefährdete wollen mit dem Rucksack auf den Schultern Abstand nehmen vom Alltag. Ich habe es nun endlich auch probiert und berichte im folgenden Beitrag von meinen Erfahrungen. – Autor: GS

Schon seit Jahren habe ich es mir vorgenommen, letzte Woche nahm ich es endlich in Angriff. Ich pilgerte, und zwar von Wien nach Mariazell auf dem Wiener Wallfahrerweg bzw. der sogenannten Via Sacra. Es war eine sehr schöne Erfahrung und ich kann jetzt sehr gut verstehen, warum so viele Menschen vom Pilgern begeistert sind. Hier ein paar Gründe dafür:

Sich selbst spüren

Am ersten Tag meiner Wallfahrt versuchte ich noch meine Etappen genauestens zu planen. Ich nahm mir vor, wie lange und wie weit ich gehen würde, plante sogar meine Pausen ein. Die Konsequenz daraus war, dass ich mein Etappenziel bei weitem nicht erreichte und schon am Nachmittag fix und fertig war. Zudem führte mir ein Schwindelanfall vor Augen, dass ich bei dieser körperlichen Belastung mehr als sonst essen musste. Mir war nicht aufgefallen, dass mein Körper nach mehr Nahrung verlangte.

Ab dem zweiten Tag machte ich es anders: Es gab kein Etappenziel. Ich machte die Pausen, wenn ich mich danach fühlte und hörte aufmerksam in meinen Körper hinein, um herauszufinden, wann er Nahrung und Flüssigkeit brauchte. Siehe da, ich war weniger müde und überrascht, wie weit mich meine Füße an einem Tag tragen konnten. Ich hatte gelernt, wieder mehr auf meinen Körper zu achten.

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Nein sagen ist gesund!

Wir leihen einem Freund unser Auto, obwohl wir seinen Fahrkünsten nicht trauen. Wir backen einen Kuchen für das Kindergartenfest, obwohl wir halbkrank sind und im Bett liegen sollten. Wir übernehmen das neue Projekt, obwohl wir genau wissen, dass es eigentlich nicht zu unserem Aufgabenbereich gehört. Ob im Privaten oder im Job – vielen von uns fällt es unglaublich schwer ‚Nein‘ zu sagen. Mit dem Resultat, dass wir uns in ungewollte Situationen begeben, uns über uns selbst ärgern und uns in den meisten Fällen zu viel abverlangen. Nicht ‚Nein‘ sagen zu können ist eine zentrale Quelle für Stress und Überlastung – wer es also schafft, ungeliebten Dingen und Menschen in seinem Leben eine klare Absage zu erteilen, der leistet damit einen wichtigen Beitrag im Sinne der Stressbewältigung und Burnoutprävention. – Autor: GF

S. ist Profi in ihrem Job und liebt was sie tut. Seit sie wieder aus der Karenz zurück ist, arbeitet sie Teilzeit. Ein neues Aufgabengebiet sollte ihr ermöglichen, ihren Beruf in der stressigen Branche auch in 20 Stunden gut ausüben zu können. Als „Mädchen für alles“ ist sie nun Ansprechpartnerin für viele Themen, fühlt sich gebraucht und bekommt fast jede Woche neue, spannende Herausforderungen auf den Tisch. Ihr Chef weiß um ihre Verlässlichkeit und teilt sie deshalb auch immer wieder für Sonderaufgaben ein, beauftragt sie mit all jenen Projekten, die ihre Kollegen wegen Überlastung abgelehnt haben. D. will ihren Chef auf keinen Fall enttäuschen, arbeitet deshalb oft auch am Wochenende. Jeder Versuch, ihre Arbeitsmenge nicht noch weiter zu erhöhen scheiterte bis jetzt. „Ich sage ja ‚Nein‘, aber er hört mich nicht. Und damit die Sachen nicht liegen bleiben, kümmere ich mich dann halt doch darum.“

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Selbstwirksamkeit als Schlüssel gegen Stress

Warum gibt es Menschen, die in den schwierigsten Situationen gelassen bleiben, während andere schon bei dem kleinsten Problem in Stress geraten? Eine wichtige Rolle spielt dabei die Selbstwirksamkeit also der Glauben, eine schwierige Situation meistern zu können oder nicht. – Autor: GS

In seinem Buch „Rotkäppchen und der Stress“ beschreibt Manfred Spitzer ein interessantes Experiment (1):

Eine Ratte in einem Käfig erhält einen kleinen elektrischen Schock über den Drahtfußboden. Das Ereignis wird durch das Aufleuchten eines Lichts angekündigt. Die Ratte kann den schmerzenden Stromstoß abwenden, indem sie rechtzeitig nach dem Signal einen Schalter betätigt. Ab und zu ist sie jedoch zu langsam und bekommt einen Stromschlag.

In einem weiteren Käfig in einem anderen Raum sitzt eine weitere Ratte, die immer dann einen Stromstoß erhält, wenn dies auch im anderen Käfig der Fall ist. Ihr ist es aber im Gegensatz zu ihrer Artgenossin nicht möglich den elektrischen Schock zu verhindern.

Welche Ratte hat nun mehr Stress? Man könnte meinen die erste, weil sie bei Aufleuchten des Lichtes schnell reagieren muss, während das zweite Tier nichts tun muss, weil sie den elektrischen Schock ohnehin nicht abwenden kann. In Wirklichkeit hat jedoch die zweite Ratte die größere Konzentration von Stresshormonen.

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Der hohe Anspruch an sich selbst

Ich möchte cool sein. Ich möchte keine Schwächen zeigen. Ich will immer fröhlich sein. Die Ansprüche an unsere Persönlichkeit sind vielschichtig und oft unerreichbar. Je weiter diese Wünsche und die Realität auseinanderklaffen, umso enttäuschter sind wir von uns selbst. – Autor: GS

Wir haben sehr viele Ansprüche an uns selbst. Dabei meine ich jetzt weniger konkrete Ziele wie „ich will gut verdienen“ oder „ich möchte ein schönes Haus“, sondern Erwartungen an die eigene Persönlichkeit. In der Arbeit wollen wir uns leistungsfähig präsentieren, möglichst keine Schwächen zeigen. Auf der Party wollen wir gut drauf, fröhlich und lustig sein. Wenn uns jemand verbal angreift, wollen wir gelassen bleiben und schlagfertige Antworten geben.

Hohe Ansprüche machen uns frustriert und unzufrieden

Doch wie geht es uns, wenn wir feststellen, dass wir nicht so sind wie wir es gerne hätten? Hier liefert die Selbstdiskrepanztheorie von E. Tory Higgins (1) gute Hinweise. Higgins spricht von dem realen Selbst, also wie wir selbst glauben zu sein, und dem idealen Selbst, also wie wir gerne sein möchten. Eine große Differenz zwischen realem und idealem Selbst macht uns verwundbar für Enttäuschung und Unzufriedenheit. Darüber hinaus frustrieren uns unerfüllte Hoffnungen und Wünsche.

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Freude am Verzicht

Wir leben in einer Welt des Überflusses. Wir haben genug zu essen, jede Menge Kleidung und die Unterhaltungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Doch das Überangebot macht uns nicht nur glücklich. Bewusster Verzicht kann uns helfen nicht den Kontakt zu unseren eigenen Bedürfnissen zu verlieren. Ein Erfahrungsbericht aus der Sicht der Stressbewältigung und der Burnoutprophylaxe. – Autor: GS

Inspiriert durch eine Freundin beschloss ich letzten Juli, mir ein Jahr lang keine Bekleidung zu kaufen. Wer mich kennt, der weiß, dass dies für mich kein großes Opfer ist. Shopping in Modegeschäften war für mich ein notwendiges Übel, meist nahm ich es einmal auf mich, um mich für das ganze Jahr einzudecken. Danach musste ich krampfhaft in meinem Kleiderschrank nach Platz für die neuen Errungenschaften suchen, meist mit der Konsequenz, dass noch durchaus passable Pullover oder Hosen in der Altkleidersammlung landeten. Diese Bürden musste ich nun nicht mehr auf mich nehmen.
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Selbstwert und Stress

Ob äußere Ereignisse bei jemandem Stress auslösen hängt von dessen inneren Bewertungen und Wertvorstellungen ab. Der Selbstwert bzw. das Selbstwertgefühl stellt dabei einen entscheidenden Faktor dar, wenn es um Stressbewältigung oder Vermeiden von Burnout geht. Dass ein gutes Selbstwertgefühl wichtig ist, wissen viele. Doch wie entsteht Selbstwert und wie kann man ihn erhöhen? – Autor: GS

Zu diesem Thema habe ich ein interessantes Interview mit der Professorin Astrid Schütz von der Universität Bamberg in Psychologie heute compact Heft 38 (1) gefunden. In diesem Artikel spricht Prof. Schütz von drei Quellen, die den Selbstwert speisen:

  1. Die Wahrnehmung der eigenen Wirksamkeit
  2. Soziale Vergleiche
  3. Soziale Rückmeldungen

Diese Aufzählung hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich denke, dass die Wahrnehmung der eigenen Wirksamkeit, also des eigenen Schaffens und Gelingens, in der heutigen westlichen Gesellschaft weniger erlebt wird als früher.

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