Burnout vermeiden

Stressbewältigung und Burnoutprävention

Kategorie: Psyche und Stress

Auf die Perspektive kommt es an!

Sehen Sie ein halbvolles oder halbleeres Glas? Menschen haben verschiedene Perspektiven auf die Dinge haben. Manche sehen überall nur die negativen Seiten und machen sich wegen jeder Kleinigkeit Sorgen. Andere wiederum gehen sorglos durchs Leben und sehen in allem nur Positives. Es gibt Personen, die reden nur von der guten alten Zeit, andere hetzen durchs Leben, um sich eine schöne Zukunft aufzubauen. Warum haben wir diese verschiedenen Blickwinkel? Wie können wir sie ändern? – Autor: GS

Francois Lelord lässt in seinem Buch „Hector und die Kunst der Zuversicht“ (1) seinen Protagonisten verschiedene „rosarote Brillen“ sammeln, die die Menschen verwenden. So gibt es die Lupe für die eigenen Schwächen, den Vergleich der Vergangenheit mit der Gegenwart, das Schwarz-Weiß Sehen, einen Fokus auf Dinge, die man nicht ändern kann, etc. Dabei haben die Menschen nicht immer die gleichen Brillen auf, sondern wechseln diese auch je nach Situation. Woher kommt es, dass wir eine verzerrte Sicht auf die Welt haben? Warum sehen wir nicht alles wie es ist?

Woher kommt es, dass wir unterschiedliche Perspektiven haben?

Eine Erklärung ist, dass wir grundsätzlich versuchen, uns durch verschiedene Perspektiven das Leben leichter zu machen. Zum Beispiel dürfen sich Menschen, die in einem Kriegsgebiet leben, nicht nur auf die negativen Dinge konzentrieren, weil das nicht aushaltbar wäre. Auch das Schwarzsehen mancher Personen hat einen Zweck, nämlich sich vor Enttäuschungen zu schützen. Das heißt, dass diese verzerrten Blickwinkel durchaus einen Sinn haben können. Jedoch haben wir viele Perspektiven in unserer Kindheit erlernt bzw. von unseren Eltern oder anderen Personen übernommen. Sie können im Jetzt unangenehme Effekte haben und negativen Stress auslösen.

Die Sichtweise ändern

Wie können wir nun Perspektiven ändern, die heute für uns keinen Sinn mehr machen. Da wir viele Sichtweisen zumeist schon von klein auf haben und diese somit tief in uns verankert sind, ist es sehr schwierig diese zu ändern. Das braucht oft Zeit und Auseinandersetzung mit dem Thema. Hier sind drei einfache Tipps, die helfen können, diesen Prozess zu unterstützen:

1.) Achtsam sein:
Ein erster Schritt wäre, uns bewusst zu machen, wann wir die Realität verzerrt sehen. Wenn ich mir bewusst bin, dass ich gerade meine negative Perspektive anwende, kann mir dieses Wissen helfen, Dinge zu relativieren. Hier ein Beispiel: Ich weiß, dass ich nach Konflikten dazu neige, alles zu dramatisieren. Nach einem Streit mit einem Freund befürchte ich sofort, dass mir mein Freund böse ist und nichts mehr mit mir zu tun haben will. Indem ich mir bewusst werde, dass ich die Perspektive des Übertreibens und Dramatisierens eingenommen habe, kann ich Abstand gewinnen und damit Stress reduzieren. In anderen Worten, wenn ich meine verschiedenen Brillen, mit denen ich die Welt anders wahrnehme, kenne, kann ich Dinge relativieren und Stress herausnehmen.

2.) Das Gespräch suchen
Manchmal bedarf es auch anderer Personen, um festzustellen, dass mein Blickwinkel verzerrt ist. In einem Gespräch mit einer vertrauten Person, kann man schnell feststellen, ob die Dinge wirklich so sind wie sie scheinen und andere Sichtweisen kennenlernen.

3.) Buch führen
Manchmal hilft es Dinge aufzuschreiben, um die Perspektive zu verändern. Wenn ich weiß, dass ich meinen Niederlagen mehr Beachtung schenke als meinen Erfolgen und mich deshalb oft in Frage stelle, kann es helfen, aufzuschreiben, worauf ich stolz bin. In Momenten des Zweifels kann ich diese Liste durchgehen und mir so vergegenwärtigen, dass mir auch sehr viel gelungen ist. Das Aufgeschriebene dient somit dazu, den verstärkten Blick auf die Misserfolge auszugleichen. Die Zuversicht wird größer und der Stresslevel sinkt.

(1) Lelord, Francois (2018): Hector und die Kunst der Zuversicht (Hectors Abenteuer, Band 8); München: Piper Verlag GmbH

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„Burn-out, ade“ oder was ZRM® gegen Burnout ausrichten kann

Das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM®) ist ein im deutschen Sprachraum anerkanntes Selbstmanagement-Training. Dabei bedient man sich verschiedenster Methoden aus Psychologie und Psychotherapie. Laut eigenen Angaben (www.zrm.ch) beruht das ZRM® auf den neuesten neurobiologischen Erkenntnissen zum menschlichen Lernen und Handeln. Seit kurzem gibt es ein Buch, in dem das Modell auch auf Burnout bzw. Burnoutprävention angewendet wird. – Autor: GS

„Burn-out, ade – Wie ein Strudelwurm den Weg aus der Stressfalle zeigt“ ist im Februar dieses Jahres im Hogrefe Verlag erschienen (1). Das Buch stützt sich vorrangig auf das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM®), das von Frank Krause und Maja Storch entwickelt wurde, aber auch auf andere Veröffentlichungen. Im neuen Buch versuchen die Autoren, komplexe Inhalte einfach verständlich und leicht anwendbar zu erklären. So zum Beispiel macht der Strudelwurm auch „Würmli“ genannt deutlich, wie uns unbewusste, komplexe Prozesse im Gehirn lenken, ohne dabei auf komplizierte neurobiologische Erklärungsmodelle zurückzugreifen.

Was ist so speziell am ZRM®?

Ich selbst bin sehr angetan vom Zürcher Ressourcenmodell und wende Teile davon auch gerne in Trainings an. Was genau macht das Zürcher Ressourcen Modell? Wikipedia erklärt es so: : „Mit Hilfe des ZRM soll der Mensch sich über eigene (Lebens-)Themen klar werden, Ziele entwickeln, die eigenen Ressourcen entdecken und Fähigkeiten erlangen, um nötige Ressourcen zu aktivieren….“ (2)

Besonders hervorzuheben sind beim ZRM® drei Dinge (3):

Integrationsabsichten: Das Buch stützt sich auf verschiedenste Methoden aus dem Psychologie- und Psychotherapiebereich. Diese Tools werden gebündelt zu einem Werkzeugkoffer, der einem hilft, Ziele zu erreichen und Verhaltensweisen zu ändern.

Ressourcenorientierung: Oft werden Ziele werden aus einer Problemsichtheraus formuliert: Was passt nicht in meinem Leben? Wie bringe ich das Problem weg? Das ZRM® hingegen aktiviert eigene Ressourcen, um den Prozess von einem Wunsch hin zu einer Umsetzung zu unterstützen.

Transfereffizienz: Seine Wünsche und Ziele zu kennen ist eine Sache, sich und seine Verhaltensmuster zu ändern eine andere. Genau da setzt das ZRM® an. Das Modell beschäftigt sich sehr eingehend mit dem Veränderungsprozess. Zahlreiche Selbsthilfetechniken unterstützen diesen. Dadurch wird das Gelernte besser in die Praxis umgesetzt.

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