Burnout vermeiden

Stressbewältigung und Burnoutprävention

Kategorie: Betriebliche Gesundheitsförderung

Die Kunst des Pause Machens

Früher legten die Betriebe Arbeitspausen genau fest. Heutzutage können sich Mitarbeiter ihre Pausen selbst einteilen. Doch der oft vorhandene Zeitdruck bringt Arbeitnehmer immer wieder dazu, Pausen zu streichen und durchzuarbeiten. Dies ist weder für den Mitarbeiter noch für das Unternehmen gut. – Autor: GS

Jeder braucht mal eine Pause. Schon Frederic Taylor hat Ende des 19. Jahrhunderts herausgefunden, dass Arbeiter ihre Aufgaben effizienter verrichten, wenn sie regelmäßig Pausen machen. Konkret gelang es ihm bei Verkürzung der täglichen Arbeitszeit sowie durch zusätzliche Verlängerung der Pausenzeiten, die Produktivität zu steigern. (1)

Während früher Sirenen Pausenanfang und -ende einläuteten, können sich Arbeiter und Angestellte heute ihre Pausen innerhalbe eines gewissen Rahmens selbst einteilen. Doch wie von diesem Recht Gebrauch gemacht wird, ist unterschiedlich. Die Gesundheitspsychologin Anne Katrin Maytssek meint, dass sich Mitarbeiter immer seltener Zeit für Pausen nehmen, zumeist in Folge des hohen Arbeitsdruckes. Manche ließen sogar ihre Mittagspause ausfallen. (2) Gerhard Blasche von der Medizinischen Universität Wien sieht den zunehmenden Zeit- und Termindruck sowie den Einsatz von neuen Technologien in den letzten zwanzig Jahren als Erschwernisse für die Erholung. (3)

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Ist Gesundheit Privatsache?

Erst kürzlich habe ich es wieder in einem Gespräch mit einem Kunden gehört: „Was betrifft uns als Unternehmen das, wenn ein Mitarbeiter Burnout hat? Das kommt doch alles aus dem Privaten und geht uns nichts an.“ Sehr oft schon sind mir solche oder ähnliche Aussagen begegnet und ich argumentiere immer vehement dagegen. Andererseits steht natürlich außer Frage, dass Gesundheit etwas sehr Privates ist und gerade persönliche Krankheitsdaten äußerst schützenswert sind. Ob Gesundheit nun Sache jedes einzelnen Mitarbeiters ist, um die er sich selbst zu kümmern hat, um ‚bittschön‘ fit für die tägliche Arbeit zu sein – daran scheiden sich die Geister. Grund genug mich mit dem Thema im aktuellen Blogartikel einmal auseinanderzusetzen. – Autorin: GF

Irrtum 1: Psychische Probleme wie z.B. ein Burnout entstehen nur durch private Krisen

Ja, es stimmt. Manchmal ist es gerade eine Trennung, ein schwerer Krankheitsfall in der Familie oder der Tod eines geliebten Menschen, der das Fass in Richtung Burnout zum Überlaufen bringt. Aber private Tiefschläge sind nur einer von vielen Aspekten, die zu einer Burnout-Erkrankung führen können. In den allermeisten Fällen ist es eine Kombination aus verschiedenen Faktoren, die Menschen in die totale Erschöpfung bringt. Hoher Druck in der Arbeit, der dazu führt, dass kaum mehr Zeit für soziale Kontakt bleibt, körperliche Beschwerden, die sich parallel dazu einstellen und dann eben vielleicht noch eine Krise in der Familie. Gerne verweise ich hier auf das Käfer-Modell von Dr. Mirriam Prieß, das klarmacht, wie wichtig eine ausgewogene Balance der Lebensbereiche ist, um gesund zu bleiben und dass es eben nicht nur die Arbeit oder ausschließlich das Privatleben ist, das ein Burnout auslöst.

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Die Arbeit mit im Gepäck: Wie uns Erreichbarkeit im Urlaub belastet

Es ist Sommer und jedes Jahr zu dieser Zeit häufen sich Studien und Zeitungsartikel rund um das Thema „Erreichbarkeit im Urlaub“. Sommerzeit ist Urlaubszeit. In vielen Firmen wird das auch spürbar, indem keine neuen Projekte gestartet werden oder man sich Zeit für’s Dokumentieren und Sortieren nimmt. Da passt es auch perfekt, ein paar Wochen Urlaub einzuplanen, weil eben im Büro gerade nichts Dramatisches passiert. Warum aber dennoch immer mehr Menschen im Urlaub ihre E-Mails checken, am Strand für „Notfälle“ erreichbar bleiben und was das mit den Themen Stressbewältigung und Burnoutprävention zu tun hat, möchte ich in diesem Beitrag reflektieren. – Autorin: GF

Ich habe heuer in meinen beiden Urlaubswochen im Juli auf eine elektronische Abwesen-heitsnotiz verzichtet, mein Handy ist als Selbständige ohnehin immer eingeschaltet. Es könnte mir ja ein besonders lukrativer Auftrag entgehen, wenn ich nicht erreichbar bin. Raten Sie, was passiert ist! Richtig! Kein einziges wichtiges Email, keine einzige neue Anfrage ist eingetrudelt. Und ich? Ich war trotzdem nicht ganz entspannt, immer mit einem Auge am Handydisplay.

So oder so ähnlich geht es auch vielen anderen Erwerbstätigen. Im Urlaub, der eigentlich der Regeneration, dem Energietanken und der Familie gewidmet sein sollte, sind lt. einer Studie des Onlinemarktforschungsinstitutes meinungsraum.at 61% der österreichischen Erwerbs-tätigen für Chef oder Kunden erreichbar. Spannend finde ich, dass sogar 52% der Befragten angeben, sich dadurch nicht gestört zu fühlen.[1] Ich frage mich: Wie soll da echte Erholung stattfinden? Wie sollen Eltern da eine unbeschwerte Zeit mit ihren Kindern verbringen? Und wie soll der Mensch danach wieder voller Energie, Kreativität und Stressresistenz am Arbeitsplatz sitzen, wenn Körper und Geist auch im Urlaub keine Pause bekommen haben?

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Phänomen Präsentismus: Warum wir krank zur Arbeit gehen

Meine letzte Grippe habe ich mir bei einem Seminar eingefangen. Zwei Teilnehmer aus der Gruppe waren stark erkältet und ihre Viren haben sich in der trockenen Luft des kleinen Schulungsraums wunderbar ausbreiten können. Bis dahin hatte ich die Grippewelle wochenlang von mir ferngehalten, doch am Ende des zweiten Seminartags lag auch ich darnieder. Ich war ziemlich sauer und habe mich gefragt, warum Menschen, die eigentlich das Bett hüten sollten, trotzdem zur Arbeit gehen. Welche Auswirkungen hat das Phänomen Präsentismus, was hat es mit Burnoutprävention zu tun und wie könnte man gegensteuern? Autor: GF

Eigentlich ist es nichts Neues. Seit einiger Zeit gibt es nun aber auch einen Namen dafür, wenn jemand trotz Krankheit zur Arbeit geht bzw. für verringerte Arbeitsleistung aufgrund gesundheitlicher Probleme: Präsentismus[1]. Im Zusammenhang mit Themen des betrieblichen Gesundheitsmanagements taucht der Begriff in den letzten Jahren immer häufiger auf. Gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit haben viele Mitarbeiter Angst ihren Job zu verlieren, falls Sie zu lange oder zu häufig im Krankenstand sind. Aber auch Mitarbeiter, deren Arbeitsplatz nicht bedroht ist, nehmen sich oft keine Zeit zum Auskurieren einer Krankheit. Bevor man Kollegen oder wichtige Projekte warten lässt, greift man lieber zu stärkeren Medikamenten und akzeptiert, dass ein Tag mit Paracetamol und Konsorten halt auch einmal erschöpfter und unkonzentrierter abläuft als sonst.

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Was tun, wenn Mitarbeiter Burnout gefährdet sind?

Nachdem Gerd Schmid vor zwei Wochen hier am Blog darüber geschrieben hat, wie Angehörige auf eine mögliche Burnout-Erkrankung ihrer Lieben reagieren können, möchte ich diese Fragestellung nun im beruflichen Kontext reflektieren. In Seminaren oder Vorträgen zum Thema „Gesundes Führen“ wird immer wieder gefragt: Wie kann ich als Führungskraft erkennen, dass sich ein Mitarbeiter überlastet fühlt? Was mache ich, wenn ein Mitarbeiter tatsächlich am Anschlag seiner Kräfte ist, es sich aber nicht eingestehen möchte?[1] Darf ich solche heiklen Themen überhaupt ansprechen? Der vorliegende Beitrag soll einige hilfreiche Tipps und Antworten dazu liefern. – Autor: GF

Die Gesundheit eines Menschen ist eine recht sensible und oft auch private Sache. Gerade im beruflichen Umfeld muss auf die Intimsphäre der Mitarbeiter geachtet werden, wenn es um Krankenstände und deren Ursachen geht. Als besonders heißes Eisen gelten in diesem Zusammenhang immer noch psychische Erkrankungen, zu denen auch das Burnout-Syndrom zählt. Auch wenn die Auslöser für ein Burnout genauso im privaten Umfeld liegen können, ist es doch Pflicht einer Führungskraft, Erschöpfung und Überforderung bei ihren Mitarbeitern wahrzunehmen, anzusprechen und auch Unterstützung anzubieten.[2] Nicht zuletzt liegt es ja auch im Interesse eines Vorgesetzten und jedes Unternehmens, seine Mitarbeiter gesund und leistungsfähig zu halten.

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Die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz – Teil 2: Gut Ding braucht Weile

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Quelle: ABS Gruppe (Molnar, Prinkel, Friesenbichler, 2013); Grafikdesign: Solt-Bittner; Abbildung mit Genehmigung der UrheberInnen.

Im ersten Teil meines Blog-Beitrags zum Thema „Die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz“ habe ich vor allem über deren Inhalte und Nutzen geschrieben. Die gesetzlich verpflichtende Arbeitsplatzevaluierung hat viel Potential, Gutes in Unternehmen anzustoßen und zu bewegen. In Gesprächen mit Verantwortlichen nehme ich aber leider oft etwas Anderes wahr. So herrscht auf Unternehmensseite viel Unmut und Unverständnis in Hinblick auf die Evaluierung. Woher das rührt, was davon gerechtfertigt ist und wie die Evaluierung psychischer Belastungen zum Erfolg werden kann, möchte ich heute behandeln. – Autor: GF

Warum besteht trotz so vieler positiver Effekte durch die Evaluierung Unmut und Ablehnung bei Unternehmen? Meine erste These ist, dass vieles, was plötzlich gesetzlich vorgeschrieben wird und mit Kosten bzw. Aufwand verbunden ist, auf Ablehnung trifft. Unternehmen sind mit ihrer regulären Geschäftstätigkeit voll und ganz ausgelastet und haben kaum Ressourcen für zusätzliche Aufgaben, deren Nutzen sie nicht auf den ersten Blick erkennen: „Das kostet nur und bringt eh nix.“ Ja, stimmt! Gesunde Mitarbeiter kosten Geld. Kranke Mitarbeiter kosten aber ein Vermögen![1]

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Die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz – Teil 1: Ungeliebte Vorschrift mit viel verstecktem Potential

Es gibt wohl kaum eine Personalabteilung oder Geschäftsführungs-Etage, die noch nicht davon gehört oder sich damit beschäftigt hat: Die verpflichtende Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Und genauso wenige gibt es wohl leider, die einem Evaluierungsprojekt im Unternehmen ohne Vorbehalte gegenüberstehen. Warum das so ist, was die häufigsten Irrtümer im Zusammenhang mit der Arbeitsplatzevaluierung sind und wie Unternehmen den maximalen Nutzen daraus ziehen können, lesen Sie im heutigen Blog-Beitrag und im 2. Teil in 14 Tagen. – Autor: GF

Begonnen hat alles am 1.1.2013. Damals trat eine Novelle des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (kurz: ASchG) in Kraft. Gemäß §4 ASchG sind Organisationen seit diesem Zeitpunkt zur Erhebung und Reduktion psychischer Störfaktoren am Arbeitsplatz verpflichtet. Im sogenannten Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument müssen die festgestellten Belastungen sowie dazu passende Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen dokumentiert werden. Die Durchführung der Evaluierung selbst sowie die Umsetzung der Maßnahmen werden vom Arbeitsinspektorat kontrolliert.

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Flexibles Arbeiten – Neue Freiheit oder Stressfalle?

Flexible Arbeitszeitmodelle halten immer mehr Einzug in Unternehmen. Besonders das Konzept Teleworking, d.h. arbeiten von zu Hause aus, erlebt aktuell lt. Experten einen neuen Frühling.[1] Aber bringt diese neue Autonomie wirklich nur Gutes oder verbirgt sich dahinter gar eine neue Stressfalle? Ein Bericht auf orf.at mit dem Titel „Flexibilität am Rande der Ausbeutung“ hat mich dazu angeregt, einen Blogbeitrag zu schreiben und auch meine eigenen Erfahrungen mit dem Thema „Flexibles Arbeiten“ mit Ihnen zu teilen. – Autor: GF

Es scheint ein Patentrezept für all jene zu sein, die sich mehr Unabhängigkeit und selbstbestimmtes Arbeiten wünschen. Ursprünglich wurde Teleworking – auch als Homeworking oder arbeiten im Homeoffice bezeichnet – entwickelt, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können. Heute schätzen es auch Mitarbeiter ohne Kinderbetreuungspflichten, von zu Hause aus zu arbeiten. In einer Welt gewandelter Werte, in der die vielzitierte Generation Y immer mehr Fokus auf Familie, Freizeit und Gesundheit legt, sind Arbeitgeber fast gezwungen, sich den Bedürfnissen und Lebensmodellen ihrer Mitarbeiter anzupassen. Mehr Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeit und –ort wird notwendig.

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